Biografie

  • Die letzten Jahre haben es gezeigt: Mittlerweile werden die ganz großen Werbetrommeln nicht mehr nur im Popbereich angeschmissen. Viel versprechende Black Music-Künstler dürfen jetzt auch von dem Know How der Werbeindustrie profitieren. Jüngstes Beispiel hierfür ist der im Senegal geborene Sänger Akon, dessen Song "Locked Up" seine Plattenfirma mit dem jeweils (vermeintlich) kredibelsten Rapper des jeweiligen Landes aufgepeppt hat. Die Staaten machen den Anfang mit Styles P, Frankreich folgt mit dem Pariser Rap-Monarchen Booba und schließlich stellt Deutschland Azad, als ihren Vertreter mit bösem Blick.


    Ganz in die Hose gegangen ist dieses Unterfangen für Aliaune Thiam jedenfalls nicht, denn sein Solodebüt hat sich hier wie da respektabel verkauft. Die Geschichte des Musikers begann im Senegal. Als Sohn des Jazzmusikers und bekannten Percussionisten Mor Thiam verbringt Akon die ersten sieben Jahre seines Lebens in dem afrikanischen Staat, stark beeinflusst durch seinen Vater, der in musikalischen Kreisen zu Weltruhm kommt. Kein Anderer soll besser die traditionelle Trommel "Djemba" spielen. Während der junge Aliaune also seine Kindheit genießt, tourt das Familienoberhaupt mit so prestigeträchtigen Namen wie Freddie Hubbard, Nancy Wilson, B.B. King oder Lester Bowie. Mit Sieben zieht der Papa jedoch samt Familie nach New Jersey, in die neue Welt Amerika. Dort kommt Aliaune auch erstmals mit Hip Hop in Kontakt und verschreibt sich, trotz anfänglicher Abneigung, diesem Musikstil.


    Bei der Auseinandersetzung mit einer neuen Kultur beginnen für Akon jedoch auch die Probleme. Für die Schule bringt er immer weniger Interesse auf, die Straße reizt den Heranwachsenden immer mehr und schließlich frönt er dem Dasein eines Kleinkriminellen. Musik bleibt jedoch ein großer Bestandteil seines Lebens. Vor Schlimmeren bewahrt ihn sein Stiefbruder, der bekannte Choreograph Divine Stevens, der zu der Zeit von Puff Daddy über Usher einige namhafte Kontakte in seinem Adressbuch hat. Er geht auf eigene Faust mit dem massig vorhandenen Material des Bruders bei einigen Plattenfirmen hausieren und kann schließlich das Label Steet Records Coorporation von dem Talent Akons überzeugen. Es gibt dabei nur ein Problem: Akon sitzt gerade wegen einem eher kleinen Vergehen im Knast.


    Diese Zeit verarbeitet Akon schließlich in seinem Song "Locked Up", der im später zu einem weltweiten Erfolg verhilft. Das Jahr 2004 gehört der Arbeit am Album, das unter dem Namen "Trouble" im folgenden Juni in Amerika über die Ladentische geht. Ein akzeptabler Erfolg stellt sich aber erst ein, nachdem der, ebenfalls erst vor kurzem aus dem Bau entlassene, Styles P von der Crew The Lox auf einem Remix erscheint. Styles liefert mit seinen Raps den passenden Gegenpart zu Akons eher hohem Gesang und die Zwei erzählen gemeinsam von ihren Erfahrungen hinter schwedischen Gardinen. Das Album wartet aber nicht nur mit Anekdoten à la Frauenknast auf. Durchaus melodiösere Tracks finden, neben orientalischen Tanzstücken ("Bananza") und traditionell angehauchten Beiträgen, Platz. Im ganzen hält Akon jedoch keinen einheitlichen Stil durch. Die Frage, ob er jetzt ein gefährlicher Gangster oder ein introvertierter Denker ist, bleibt offen.


    Auf seinen spärlichen musikalischen Lorbeeren will sich Akon jedoch nicht ausruhen. Er gründet bald sein eigenes Unternehmen Convict Music. In seinem Fall liegt dieser Schritt auch gar nicht so fern. Auf der einen Seite hat Akon definitiv musikalisch das Zeug dazu, ein eigenes Label zu leiten - immerhin hat er den Großteil seines Debüts selber produziert. Zum anderen ist die Gründung der eigenen Firma auch eine Notlösung, da er als verurteilter Straftäter eher schlechten Jobaussichten entgegenblickt, sollte es mit der Musik nicht klappen.